Hexen

Die acht Hexenfeste

02 .Februar – Imbolc (Lichtmess)
Das Fest des Lichts. Die Lichterprozessionen, verbunden mit Reinigungsritualen, haben die Freude darüber ausgedrückt, dass die Tage endlich wieder länger wurden. Man betete darum, die große Göttin möge zurückkehren, mit ihrem Atem die Erde beleben und den Frühling bringen. Obgleich die Natur noch in winterlicher Starre verharrt, werden die Tage schon merklich länger, und unmerklich steigt bereits der Saft in die Bäume. Die Sonne geht jeden Tag ein bißchen früher auf. Auch abends ist es ist es länger hell. Man feiert, dass die Tage wieder länger werden. Das Lichtfest war in heidnischer Zeit das erste der drei großen Frühlingsfeste. Imbolc ist ein Fest, wo wir uns erinnern sollen an das noch ganz Ungebrochene, das durch und durch Lebendige, die wilde Energie des Frühlings, die es schafft, alles wieder zum Leben zu erwecken. Die Energie, die es braucht, dass unserer Bäume wieder zum sprießen anfangen, oder die Blumen durch die Schneedecke durchbrechen.

21. März – Ostara, Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche
Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche bedeutet, dass an diesem Tag Licht und Dunkelheit gleich lang sind, es ist daher auch ein Fest des Gleichgewichtes. Nun werden die Tage wieder länger werden. Die fruchtbare Zeit beginnt, die Bauern beginnen mit der Aussaat, die Natur, die im Winter „tot“ schien, beginnt sich nun zu erneuern. Die Dunkelheit des Winters ist besiegt und die Erde wird allmählich wieder fruchtbar. Es ist daher vor allem das Fest des Neubeginns und der offizielle Frühlingsanfang.

01. Mai – Beltane
Beltane ist das wichtigste Fest im Hexenglauben. Kennzeichnet Samhain im Keltischen Kalender den Beginn des Winters und den Tod des Jahrskreis-Königs, so bedeutet Beltane der Beginn des Sommers. Und so wie Samhain ein Fest des Todes und der Toten und Ahnen ist, so ist Beltane ein Fest des Lebens, der Fruchtbarkeit, der Vereinigung, der Zeugung und des Sieges der Sonne und des Sommers über den Winter. Der Winter, war früher von Kälte, Hunger, Krankheiten und Tod gekennzeichnet. Eine gefährliche Jahreszeit, die mit viel Angst verbunden war. Die ersten Sonnenstrahlen und der Beginn des Frühjahrs und Sommers bedeuteten, dass das Leben weiterging, dass man überlebt hatte. Der Sommer mit seiner lebenspendenden Sonne, der Wärme, seinen vielen Früchten. An Beltane ist alles fruchtbar, die Erde ist aufgelebt. Beltane ist das Fest der „Strahlenden Sonne“. BEL bedeutet strahlend, leuchtend, glänzend. TENE oder auch TEINE ist das „Feuer“.

21. Juni – Sommersonnenwende, Litha
Die Sommersonnwende stellt den Höhepunkt des Jahres da. Der längste Tag des Jahres führt die Endlichkeit und Vergänglichkeit vor Augen, denn ab dort werden die Tage nun wieder kürzer. Es ist auch der Tag, der die volle Kraft der Natur darstellt. Fruchtbarkeit und Vergänglichkeit, Leben und Tod. Der ewige Zyklus wird an diesem Tage gefeiert. Ein Feuer symbolisiert die Lebenskraft und mit ihm die Asche das Vergängliche.

01. August – Lammas, Lugnasad
Die Bauern beginnen mit er Ernte der im Frühjahr gesäten Ähren. Die Sonne wird schwächer. Der August ist die Zeit, in der die Natur sich auf dem Höhepunkt ihrer Fruchtbarkeit befindet. In heidnischer Zeit wurde um den ersten August zur Ehren der Muttergöttin “Lammas”, das erste der drei großen Erntefeste, gefeiert. Es ist das Fest des Überflusses. Die erste Ernte ist nun reif – aber nicht nur die Ernte der Früchte und des Korns. Lugnasad ist das Fest der Danksagung für den fruchtbaren Boden, auf dem eine gute Ernte entstanden ist.

21. September – Herbst Tag- und Nachtgleiche, Mabon, Erntedankfest
Mabon wird am 21. oder 23. September gefeiert, es ist die Hersttagundnachtgleiche. Genau wie die Frühjahrstagundnachtgleiche sind beides Schwellenfeste, an denen Tag und Nacht genau gleich lang sind und sich die Waage halten.
Wenn man den Jahreskreis auf den Tag überträgt, dann entspricht dieses Fest dem Sonnenuntergang, dem Abendrot und der Dämmerung. Es ist ein Zwischenzustand zwischen Tag und Nacht. Und jeder weiß, wie schön das sein kann, wie intensiv die Farben eines Sonnenuntergangs sind, das Spannungsfeld zwischen untergehendem Licht und schon heraufkommender Nacht. Und so ist es auch im Herbst, dem großen „Sonnenuntergang des Jahres“.
Man kann deutlich spüren, wenn man sich in diesem Zwischenzustand befindet, auf der Schwelle zwischen Tag und Nacht. Das ist immer auch eine Nahtstelle zur Anderswelt, zu ganz besonderen Gefühlszuständen. Die Felder – geerntet – sind nun leer und karg, die Tage werden kürzer, die Dunkelheit nimmt zu. Licht und Schatten, Tag und Nacht. Ein Fest des Vertrauens, denn mit dem Tod des Alten geht der alte Jahreszyklus zu Ende und macht neuem Leben Platz. An diesem Tage sollten wir uns in Harmonie mit dem Großen Ganzen das Vergangene überdenken, von Altem befreien und Platz schaffen für Neues. Der Herbst ist deutlich spürbar. Die Bäume beginnen ihre Blätter zu verlieren. Man feiert dieses Fest noch einmal mit den Früchten die der Herbst uns schenkt.

Exkurs:
Sternzeichen Waage (bin ich nämlich)

Nicht von ungefähr fällt die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche mit dem Beginn des Sternzeichens Waage zusammen. Die Waage die in ihrem tieferen Verständnis ein Seelenwäger ist an der Schwelle zum Totenreich. Vielleicht zeigt das auch ein bißchen ein anderes Gesicht der Waage, als man so landläufig immer beschreibt. Da geht es ja immer „nur“ um Harmonie, Schönheit, Diplomatie, Ausgeglichenheit, usw…Oft sehr oberflächlich und lapidar.
Aber der tiefere Sinn ist dieses „GLEICHGEWICHT“, das hinter allen Dingen verborgen ist und zur wahren Harmonie, Schönheit und dem Frieden dazugehört. Ein Mensch hat Tiefe. Und diese Tiefe umfaßt auch die Dunkelheit. Und so zeigt der Herbst in seiner großen Vielfalt, Vielfarbigkeit und Vielschichtigkeit eigentlich sehr viel von den Menschen des Sternzeichens Waage. Menschen, die auf der Schwelle des Sonnenuntergangs des großen Jahreskreises geboren werden.

31. Oktober – Samhain, Halloween
Mit dem Tod des Sommers beginnt die Herrschaft des Winters. Alle Feuer werden gelöscht und mit dem Verlöschen des Feuers galt das alte Jahr als verstorben und im Dunkel war nun Platz für Schatten und böse Kräfte. Zu dieser Zeit begegneten sich die Lebenden und die Toten. Es heißt, wenn sich das alte Jahr löst und das neue geboren wird, kommt es zu Verschiebungen in den Zeiträumen und die Welten können leichten Zugang zueinander finden.

21. Dezember – Wintersonnenwende, Jul/ Yule,
Die Wintersonnenwende steht für die Wiedergeburt des Sonnengottes durch die Göttin. Sie bezeichnet die tiefste Nacht des Jahres. Die längste Nacht des Jahres verabschiedet die scheinbare Stagnation. Die Tage werden nun wieder länger, die Natur erwacht. Sie erscheint vereist und leblos, doch unter der Erde sammeln sich die Kräfte zu neuem Leben, das dann im Frühjahr durchbricht. Diese ungeheure Energie fängt wieder an zu wachsen. Dass nicht mehr nur die bloße Dunkelheit herrscht, sondern daß neues Leben aufkeimt, auch wenn es noch nicht sichtbar ist, dass wurde gefeiert.
Die „geweihten Nächte“ verheißen das Wissen um die große Umkehr, um den Wiederaufstieg des Lichtes und um die Geburt des neuen Lebens. An JUL oder JOL – wie es in den nordischen Ländern genannt wird – ist die Dunkelheit gebannt, die Nächte werden kürzer und was tot schien und verloren, wird wieder erwachen. Das Julfest ist ein harmonisches Netzwerk ineinandergreifender Sonnen-, Toten- und Fruchtbarkeitsriten und symbolischer Handlungen zur Neuaktivierung menschlicher und natürlicher Kraft.

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